Rezension: Buch "Der Weißstorch"
Loburg: Beispiel für eine erfolgreiche Rettung eines Storchenkükens
Seiten teilweise noch im Aufbau
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Storchengeschehen
Rezension Buch: Der Weißstorch
Der Weißstorch: Ciconia ciconia (Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 682, VerlagsKGWOLF, Magdeburg, 2017)
von Christoph Dr. Kaatz und Dieter Prof. Dr. Wallschläger
Taschenbuch
EUR 59,95
Das Buch “Der Weißstorch: Ciconia ciconia (Die Neue Brehm-Bücherei), erschienen bei der VerlagsKGWolf, Magdeburg 2017), ist ein sehr umfangreich geratenes Werk (672 Seiten) und von Verlagsseite auch sehr sorgfältig ausgestattet. (So mancher mag sich da statt einem Taschenbuch eine Hardcoverausgabe wünschen, aber die hätte den ohnehin stolzen Preis in Höhe von 59,95 Euro bestimmt weit überboten ...) Immer wieder werden die Inhalte mit ausführlichem und zielführend ausgewähltem Bildmaterial erläutert und illustriert, was zusätzlich dem besseren Verstehen dient.
Dieses wird auch durch die umfangreiche, übersichtliche Gliederung unterstützt; bei weiterem Lesen stellt man sehr schnell fest, sie ist stets zielführend, verschafft somit wirklich einen hervorragenden Überblick. Ferner schließt sich an die Gliederung nach einem Vorwort von Prof. Dr. Michael Succow (besonders bekannt als “Moor-Ökologe” und durch sein intensives Engagement für Naturschutzt) und einer daran sich anschließenden kurzen Einleitung der Herausgeber ein hilfreiches Glossar mit Fachbegriffen und Erläuterung von Abkürzungen an, was besonders interessierten Laien den Zugang zum Verständnis des Inhalts erleichtern dürfte. Das Werk weist ebenfalls ein umfangreiches Stichwortregister und ausführliches Literaturverzeichnis auf.
Die in den verschiedenen Texten recht konsequent verwendeten Quellenangaben ermöglichen es dem Leser – entsprechenden persönlichen Aufwand vorausgesetzt –, die Aussagen hinsichtlich Richtigkeit und Vollständigkeit auch selbst überprüfen zu können. So gesehen ist der Anspruch, mit dem Buch eine an wissenschaftlicher Erkenntnis orientierte Monographie vorgelegt zu haben, weitgehend durchaus auch gerechtfertigt.
Es fällt positiv auf, daß die meisten Autoren zu einigen (m.E. längst überholten, jedoch lange hartnäckig propagierten) Positionen zumindest etwas auf Distanz gegangen sind. So ist die bis vor nicht allzu langer Zeit kategorisch verkündete Absage an jeglichen Nesteingriff (so ein durchaus namhafter bayerischer “Storchenvater” – übrigens ein manchmal sicherlich allzu vorschnell vergebenes oder selbst beanspruchtes Attribut! –, der meint(e), der Storch baue sein Nest schon seit Jahrtausenden und wisse schon selbst, wie damit umzugehen ist, u.s.w., und dabei gleichzeitig anderen Ansichten mit Dogmatismus und Intoleranz begegnete), wohl nun doch (endgültig?) auf dem Müllhaufen der Ignoranz gelandet. Denn das sind Aussagen und Festlegungen, die der Veränderung von unserer Umwelt und den Lebensbedingungen (Stichworte: ins Nest eingebrachte Kunststoffprodukte, Bindegarne, Plastik, Trittverfestigung mit der Folge von Undurchlässigkeit von Nässe, etc.) nicht mehr Rechnung tragen und einem unsachgemäßen, radikalen Sozialdarwinismus zuarbeiten. Hier hat eine gründliche, auch dem Storchenwohl zugewandte Umorientierung eingesetzt: Nesteingriffe zur umfassenden Beseitigung von Nestschäden und Säuberung werden positiv und als notwendig gesehen; das Buch gibt hierzu auch umfangreiche Anleitungen (S. 240ff. Und S. 562ff.)
Auch wurde endlich einmal die Problematik der Beringung aus der Gefährdungssicht (Verletzung des Beins, vor allem durch Beringung oberhalb des Intertarsalgelenkes!) deutlicher gemacht und nicht nur einzelnen Kritikern überlassen: deshalb hat man 2014 die Suche nach besseren Ringmaterialien (Ziel: Ablösung des derzeit noch verwendeten ELSA-Rings) wieder aufgenommen. (vgl. zur Problemdarstellung S. 362f.)
Ebenfalls wird die Gefährdung der Störche durch Technik (Stromleitungen, Windräder, Straßenverkehr) sehr ausführlich behandelt; hier hätte man allerdings auch noch deutlicher auf die – von einigen Seiten immer noch verharmloste – Gefahr, die von den Isolatoren (also nicht nur von den Leiterseilen) ausgeht, hinweisen sollen: stattdessen wird im Buch auf eine Veröffentlichung (Haas 1980) hingewiesen, die “unterschiedliche Gefahren, die von Masten und Isolatoren ausgehen” behandelt habe. Die allerdings dort angesprochene Unterschiedlichkeit resultiert freilich in einer Verharmlosung und erkennt gerade nicht, daß über Isolatoren ein Arbeitsstrom (Kriechstrom, Verluststrom) fließt; dieser ist relativ schwach, verursacht somit auch keine Brandmale, elektrisiert Störche jedoch bis hin zur Schmerzgrenze, lösen somit einen Schock/Schreck aus, der Vogel will flüchten, vermag dies aber nicht mehr naturgemäß und schlägt auf dem Boden auf. Die Folge: innere Verletzungen, meist mit Todesfolge; ein Merkmal davon sind dann Schnabelblutungen. Brandmale wird man aber nicht finden! Spätestens seit dem Bau der ersten Kraftwerke ist es zumindest jedem Starkstromtechniker bekannt und auch einer interessieren Öffentlichkeit zugänglich: was etwa bei 220 Volt noch relativ harmlos ist, wirkt bei einer Freileitung mit beispielsweise 20.000 Volt auf, zudem verschmutzten und feuchten, Isolatoren für Großvögel letztlich todbringend. Es genügt also nicht, nur die Leiterseile zu isolieren, die Isolation zu verlängern! Der Gefahr, die zusätzlich von den Isolatoren ausgeht, ist zu begegnen! Hier greift m.E. die Darstellung im Buch viel zu kurz, nicht zuletzt wegen des Quellenverweises.
Ausführlich werden im Buch die jeweils statistischen Verfahren hinsichtlich ihrer (derzeitigen) Möglichkeiten und Grenzen bei der Auswertung von Datenlagen der Storchenforschung dargestellt. In diesem Zusammenhang wird auch die Qualität der jeweils erfassten Daten als Voraussetzungen für jeweils anwendbare statistische Verfahren diskutiert. Ein Problem für Generalisierungen ist z.B. auch die jeweilige Rückmeldungsquote von Ringfunden, ein weiteres die Ausfallrate von ohnehin (wegen der hohen Kosten) nicht allzu zahlreich eingesetzten Datenlogger oder Sender. Hier liefert Telemetrie im besten Fall zwar eine Unmenge von Daten für einen einzelnen Storch (z.B. hinsichtlich Zugweg und Aufenthaltsdauer an den unterschiedlichen Orten), läßt jedoch, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt verallgemeinernde Schlüsse zu. Vielfach, vor allem bei Berücksichtigung einer Kosten-Nutzen-Analyse, sollte so manche Hybris hinsichtlich Telemetrie in der Storchenforschung doch etwas reduziert werden. Wer sich aber für telemetrische Verfahren, deren derzeitige Ergebnisse, Grenzen und Möglichkeiten in der Storchenforschung interessiert, wird im Buch jedenfalls sehr ausführlich informiert.
Es liegt mit “Der Weißstorch” wirklich ein sehr umfangreiches Werk vor; man wird gründlich über Systematik, Kennzeichen, Morphologie, Physiologie, Verhalten, Verbreitung und Bestand, Populationsökologie, Reproduktion, Lebensraum und Nahrungsökologie sowie Zug- und Überwinterungsverhalten informiert, erfährt enorm viel über Gefährdung des Weißstorches und den Kontext von “Weißstorch und Mensch” (Arten- und Lebensraumschutz, Betreuernetz, Monitoring sowie Öffentlichkeitsarbeit) und unter dem Kapitel “Manipulationen” werden menschliche Eingriffe in das Storchengeschehen weitgehend, jedoch bisweilen dann sehr einseitig, diskutiert.
Gerade in einem Buch mit wissenschaftlichen Anspruch sollte es beispielsweise unterlassen werden, mit Halbinformationen und mit nur für Insider ggf. richtig zu verstehenden Andeutungen zu arbeiten.
Ein Beispiel hierfür findet sich auf S. 487, wo von Trockenföhnen der Brut, von “warmer Eimer” (mit Maus, Fisch oder Küken) für Notzeiten (Ausfall eines Adultstorches, witterungsbedingtem Nahrungsmangel) die Rede ist, dies mit Verweis auf einen Erlanger Horstbetreuer Hier geht es tatsächlich ausschließlich darum, im Falle extremer Not nicht tatenlos dem Verenden von Tieren zuzusehen, das Sterben gar noch – wie in einem “Projekt” eines bayerischen Gymnasiums doch tatsächlich einmal geschehen dies dann auch noch als “Beweis” für die Wirkungsmacht der Natur, der man eben nach (m.E. falsch verstandenem Darwinismus) ausgeliefert sei, die Schüler dokumentieren zu lassen –, fatalistisch zu “begleiten”, sondern aus einer durch lange Erfahrung gelernten Erkenntnis Prophylaxe zu betreiben.
Hier wäre es wirklich besser gewesen, entweder den Sachverhalt ausführlich darzustellen, um wirklich, also umfassende Information zu liefern und Mutmaßungen vorzubeugen!
Ebenso hätte ich mir auch eine Diskussion im Buch über Versagen beim Umgang mit anderen Notsituationen gewünscht: bekannt dürfte hier vor allem die Görsbacher Störchin sein, die man mit rechtzeitigem Eingreifen sicherlich von ihrer Qual mit dem Bein (zusammen mit einer Schnur hatte sie sich mit einem Stock verheddert, konnte sich nicht mehr normal bewegen und fiel als Nahrungsbringer für den Nachwuchs aus, konnte sich auch selbst nicht mehr richtig ernähren) bei entsprechendem Einsatz hätte befreien und wirklich retten können. Erst als das Bein bereits verloren war, wurde sie eingefangen, erhielt dann eine Beinprothese, starb jedoch kurz darauf an einer Sepsis.
Hier wäre eine Darstellung in einer Monographie auch deshalb sinnvoll gewesen, um auf die nicht immer fruchtbringenden und oft wenig konstruktiven Interdependenzen von Behördenwegen, Genehmigungsstrukturen, Darwinisten (Devise etwa: das ist eben Natur, da wird alles schon von selbst geregelt, da bedarf es keines Eingriffs) sowie Hilfsbereiten hinzuweisen.
Letztlich hätte man so in der Monographie die Notwendigkeit einer Diskussion über den ethischen Umgang mit Störchen aufzeigen können, eine Diskussion, die jedoch von einigen Kreisen gescheut wird wie das Weihwasser vom sprichwörtlichen Teufel. Eine derartige Diskussion würde sicherlich auch die Trennung von Artenschutz versus Tierschutz (erneut) befruchten und würde helfen, ideologische Bezogenheiten aufzudecken. Wer tieferes Interesse an einer philosophisch-ethisch-moralischen Auseinandersetzung über den Umgang mit Störchen und seinen Habitaten hat, dürfte von dieser Monographie sicherlich etwas enttäuscht sein.
Wer jedoch sehen möchte, wie Teile der Storchenexperten mit den Fragestellungen der Storchenentwicklung umgehen, wie sie ihre eigenen Zielsetzungen begründen (und dabei zugleich nicht immer alles auch kritisch hinterfragen), wie gleichzeitig jedoch auch andere durchaus erfolgreiche Storchenarbeit, wenn überhaupt erwähnt, als eher geringgewichtet angedeutet wird, kann durch die Lektüre dieses Buches durchaus zahlreiche Ansätze für eine diskursive Auseinandersetzung finden.
In der von Dr. Kaatz et al. vorgelegten Monographie werden unzweifelhaft viele wissenschaftlich orientierte Vorgehensweisen im Umgang mit der Materie sehr deutlich, was natürlich zu tieferer und weitergehender Erkenntnis führen dürfte als es nicht so umfangreich konzipierten Publikationen möglich ist. Gleichwohl dürfte dieses Wissen so manchen auch dazu verleiten, das Präsentierte sozusagen als Ex-cathedra-Dogmatik ungeprüft zu übernehmen. Das sollte man nicht tun, denn bei einigen Stellen fehlt der Monographie eben der m.E. notwendige kritische Impetus, auch die Abbildung der ganzen Diskussionsbandbreite, man bewegt sich dann doch sehr erkennbar häfuig im Bereich des Storchen-Erkenntnis-Mainstreams, klammert bisweilen also kritischere Stimmen sowie den Blick auf andere sehr erfolgreiche Storchenarbeit entweder gänzlich aus oder wird dem durch eine sehr verkürzte, damit leider auch: verfälschende, Darstellung nicht gerecht; auf diese Art werden jedoch Ansätze für eine wirklich diskursive Auseinandersetzung nicht gerade gefördert oder ermutigt. Gleichwohl ist der für dieses Buch betriebene Aufwand allemal sehr anerkennenswert.
Aus einigen Gesprächen mit Storchenexperten, denen in jenem Buch leider nicht die (wegen ihrer Sachkenntnis und erfolgreichen Storchenarbeit!) eigentlich gebotene Aufmerksamkeit zuteil wurde (und auf die man durchaus auch hören sollte, wenn man den Anspruch auf ein umfassendes Werk erhebt), hörte ich u.a. heraus, mit dem Buch hätten sich einige so eine Art Denkmal setzen wollen; diesen Unterton kommentiere ich nicht weiter, denn selbst wenn es so sein sollte, ändert dies nichts daran, daß es sich bei diesem Werk alles in allem um eine erhebliche Bereicherung im Wissensbestand, was das Leben der Weißstörche angeht, handelt. Summa summarum: eine in vielerlei Hinsicht lohnenswerte Lektüre über den Weißstorch.
Nota bene: Wem nun für das Kennenlernen der Weißstorchthematik das Buch zu umfangreich und / oder zu teuer erscheint, der wird sich durchaus auch mit anderen bereits aufgelegten Büchern zufrieden geben können. Ich sehe hier beispielsweise immer noch das Buch von Gerhard Creutz “DER WEISS-STORCH” (24.95 Euro) als sinnvolle und in weiten Bereichen auch immer noch aktuelle Einstiegsliteratur an. Obendrein gibt es im Internet unzählige Abhandlungen und Darstellungen über den Weißstorch und das Leben der Störche, deren Lebensbedingungen und Probleme, welche ebenfalls inhaltlich zureichende, häufig sehr vielfältige Information liefern; hier ist dann aber ebenfalls zusätzlich sorgsam, z.B. hinsichtlich Fakten, Standort und Stimmigkeit als auch dem jeweiligen ideologischen Hintergrund bei der Setzung von Schwerpunkten, zu recherchieren und die Inhalte entsprechend abzuklären und nicht alles sogleich ungeprüft für der Weisheit letzten Schluß zu halten. (Freilich wird diese Methodik jedem abverlangt, der sich ernsthaft um Vermehrung von Erkenntnis bemüht und nicht nur Vorgekautes nachplappern möchte, also auch beim Durchstudieren der vorliegenden Monographie anzuwenden sein ...)
Man kann Störchen auf vielerlei Art helfen; eine Möglichkeit ist natürlich auch eine Geldspende an Organisationen und Privatiniativen, die sich um Störche kümmern. Ich selbst habe in der Vergangenheit unter anderem die Storchenarbeit in Knittelsheim, jene in Berne-Glüsing, auch die der NUH-Erlangen sowie die Storchenfreunde Isny / Allgäu -- "Team Storchennest" (jetzt an den "albverein-isny" angeschlossen) unterstützt. Einige Zeit hielt ich auch Kontakt mit dem "Storchenhof Loburg" (bei Magdeburg), unterstützte mit meinen bescheidenen Mitteln auch deren Arbeit und erwarb dreimal eine sogenannte Patenschaft (die kann man dort für verwaiste, vorübergehend behinderte oder dauerhaft auf Pflege angewiesene Störche und -- mittlerweile -- auch für andere Tiere eingehen). Auch bei vielen anderen Besuchen in verschiedenen Orten, wo man Störchen hilft, versuchte ich stets zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, besonders immer wieder am "Affenberg" in Salem, wo eine hervorragende Storchenarbeit geleistet wird, so auch in Bergenhusen, in Hitzhusen (bei Bad Bramstedt) und Hammelburg (wo leider in den letzten beiden Jahren den Störchen kein Erfolg mehr beschieden war).
Zu möglichen Aktivitäten muß -- sofern man dazu die Fähigkeit und Kraft besitzt -- auch die immer wieder notwendig werdende Korrespondenz und der Kontakt mit diversen Stellen (Ämtern, Gemeinden, Genehmigungsbehörden, staatlichen Stellen, Naturschutzbehörden u.a.m.) gehören, wenn Störche in Not geraten sind bzw. das Storchengeschehen gefährdet ist (z.B. unerlaubte Nestbeseitigungen, Behinderung von sinnvollem Einsatz für Störche, Planung von Alternativen bei angeblich oder tatsächlich notwendig werdender Nestbeseitigung); auch das habe ich immer wieder, der Notwendigkeit gehorchend, als Aufgabe gesehen.
Es ist natürlich immer wieder erfreulich, wenn man erleben darf, daß ein Aufwand -- welcher Art auch immer, sei es auch "nur" finanzielle Unterstützung von Engagement für Natur und Umwelt -- sich auch wirklich und sichtbar lohnt, wenn also Ergebnisse von Engagement sich zeitigen. Ein für mich sehr schönes Erleben ist, was aus meinem "Patenstorch" Conny geworden ist. Hierzu nachstehend ein paar Details.
Auf der Webseite des Storchenhofs Loburg sowie vor Ort konnte ich immer wieder über die Not von Jungstörchen (natürlich auch von anderen) viel erfahren und entnehmen.
Deshalb habe ich dort u.a. auch zur Unterstützung der sehr wertvollen Arbeit "Patenschaften" übernommen. Von einer soll hier nun die Rede sein. Sie geht zurück ins Jahr 2013.
Folgendes Störchlein "suchte" damals einen Paten, eine Patin. Bild und Text auf der Loburger Webseite haben mich damals zu meinem Aktivwerden veranlaßt;
Dieses kleine Störchlein hatte einen Elternteil verloren und deshalb keine Überlebenschance. Diese erhielt es dann allerdings auf dem Storchenhof Loburg. Es wurde mit anderen Küken zusammen aufgepäppelt und konnte so überleben. Der junge Storch wurde im Juni 2013 auf dem Storchenhof beringt (Ring HH 848) und dort mit der Storchenhofnummer 1568 gelistet.
So wurde das Storchenküken im Juli 2013 im Forum der Webseite des Storchenhofes Loburg mit Präsentation des obigen Bildes beschrieben:
"1568. Am 12. Juni 2013 wurde ich aus Großbeeren im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg) nach Loburg gebracht. Auch bei mir ist meine Mutter oder mein Vater tödlich verunglückt und so kam ich auf den Storchenhof Loburg. Hier kümmert man sich nun um mich und versorgt mich, damit ich später in die Freiheit entlassen werden kann. Zur Unterscheidung von den anderen habe ich einen kleinen schwarzen Punkt auf meinem Kopf."
Als ich wieder einmal mich nach der Entwicklung von Loburgs Storchenarbeit erkundigen wollte und nach Neuigkeiten suchte, fand ich am 01.11.2019 auf der Webseite des Storchenhofes Loburg folgende Information:
"Conny, so nannte ihn der Pate damals, wurde in einen Horst in Poritz im Stendaler Gebiet eingesetzt. Inzwischen wurde er bereits das zweite Mal von der ehemaligen und nach wie vor engagierten Weißstorchschützerin Adele Borschel abgelesen. Das spricht wieder dafür, junge, nicht flügge Störche zu fremden Storcheneltern zu setzen, wenn es das Nahrungsangebot zulässt."
Erfreulich, daß hier wieder ein Beleg mehr dafür zu sehen ist, wie sich die dort seit langem praktizierte Adoptionsarbeit auch immer wieder bewährt. Hier werden verwaiste Störche nach erfolgter Regeneration auf dem Hof in fremde Storchennester gesetzt (Störche sind beim Zählen ihrer Jungen nicht so genau, solange sie für den vorhandenen Nachwuchs genug Nahrung herbeischaffen können ...), um dann ganz normal und "storchengemäß" aufwachsen zu können.
Die Ringrückmeldung wurde auf der Webseite wie folgt erfaßt: "Patentiere News Details. Erfolgreiche Adoption 2013/2019 20.04.2019 10:01 Conny HH 848 Im Juni 2013 +++Ringrückmeldung+++"
Zwei Jungstörche ermordet ...
Am 14. Juli 2020 meldete es u.a. BR24, am 23. Juli 2020 griff es Christoph Süß in seiner Sendung "quer" (Bayerisches Fernsehen) auf: In Spalt (Landkreis Roth) wurden zwei Jungstörche tot aufgefunden. Beide hatten Kopfverletzungen, die ihnen offensichtlich mutwillig zugefügt worden waren. Eine durchgeführte Röntgenuntersuchung ergab, daß keine Geschosse in den Körpern der Jungstörche zu erkennen waren. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache herauszufinden.
Beide Jungstörche waren von Passanten auf der Hauptstraße in Spalt gefunden worden. Ein Storch lag auf der Fahrbahn, der andere auf einem gläsernen Vordach in unmittelbarer Nähe. Die Storcheneltern waren letztes Jahr erstmalig in jenem Nest auf dem Kornhaus am Gabrieliplatz eingezogen. Heuer hatten sie drei Storchenkinder, davon lebt nun nur mehr eines.
Es wird wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetzes sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz ermittelt. Der Storch gehört zu den geschützten Tieren.
Eine Frau habe laut Aussage noch gesehen, wie die beiden Vögel aus Angst fortgeflogen und dann torkelnd abgestürzt seien, so die Meldung von BR24.
Anzeige wurde auch durch die Stadt sowie durch den LBV (Landesbund für Vogelschutz) erstattet. Die Stadt Spalt setzte eine Belohnung für sachdienliche Hinweise aus.
Bürgermeister Udo Weingart sagte, die Störche sagten, die Störche seien im Ort sehr beliebt (bezogen auf die ermordeten: gewesen), der "ganze Ort hätte sich über sie gefreut"; besonders für die Kinder im angrenzenden Kindergarten sind die Störche Begleiter im Alltag. Sie haben den Störchen auch Namen gegeben.
Vor vierzehn Tagen waren die Tiere beringt und registriert worden, vor einer Woche sind sie mit den Eltern erstmals zur Futtersuche ausgeflogen.
Leider findet der Haß auf Tiere, die Feindschaft gegen sie, das niederträchtige Degradieren von Lebewesen zu einem Objekt eigener Triebbefriedigung, an dem man die eigene miese Gesinnung ausleben zu können glaubt, immer wieder statt. Mein Kommentar hierzu ganz kurz: Wahres Menschsein sieht so jedenfalls nicht aus! Konsequente Strafverfolgung sollte bei solchen Delikten absolute Priorität haben und entsprechende Strafsanktionen gehören verstärkt ...
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